📄 Zeitsynchronisation unter Linux
Über das Network Time Protocol (NTP) können sich Rechner über das Internet mit Timeservern synchronisieren, um stets Uhrzeit und Datum korrekt zu halten. Diese Anleitung beschreibt die Konfiguration der Zeitsynchronisation mit dem Time-Service der Freien Universität Berlin unter Linux.
Das Network Time Protocol (NTP)
NTP ist ein Verfahren, um die Systemzeit mit hoher Genauigkeit über das Internet oder ein lokales Netzwerk zwischen verschiedenen Rechnern zu synchronisieren. Zur Synchronisation stehen dabei Timeserver zur Verfügung, die als Referenzzeit die Universalzeit (UTC) verwenden, die sie von exakten Zeitgebern wie Atomuhren beziehen. Die UTC wird an die Clients übermittelt, die sich dann unter der Beachtung von Sommer- bzw. Winterzeit um die korrekte Umsetzung in die lokale Zeitzone kümmern müssen. Die zentralen Timeserver der Freien Universität Berlin haben folgende Namen:
- time.fu-berlin.de
- zeit.fu-berlin.de
Synchronisation mit Linux
Unter Linux kommt es darauf an, welche Distribution verwendet wird, welche Softwarepakete installiert sind und welches davon für die Zeitsynchronisation aktiviert ist. Auf aktuellen Systemen dürfte häufig systemd-timesyncd zum Einsatz kommen, andere Möglichkeiten sind z.B. chrony oder ntpd. Wenn mehrere Pakete installiert sind, ist darauf zu achten, sich für eine Option zu entscheiden, damit die verschiedenen Dienste sich nicht gegenseitig behindern.
Koordinierte Weltzeit und lokale Zeit
Rechneruhren auf Linux-Computern laufen in der Regel auf UTC, der koordinierten
Weltzeit. Die jeweils lokale Zeit wird dann daraus abgeleitet, wobei natürlich
die Zeitzone sowie ggf. Sommer- bzw. Winterzeit eine Rolle spielen. Ein typisches
Beispiel für eine gültige Zeitzone, die häufig in der Datei /etc/timezone
vermerkt ist, wäre: Europe/Berlin
Zeitsynchronisation via systemd-timesyncd
Auf aktuellen Linux-Systemen ist oft die Synchronisation mit systemd-timesyncd der Standard. Die Konfiguration wird dabei in der Datei /etc/systemd/timesyncd.conf vorgenommen, und eigene Einstellungen, die diese Vorgaben überschreiben bzw. ergänzen, können durch Anlegen von Dateien unterhalb von /etc/systemd/timesyncd.conf.d aktiviert werden.
Eine einfache /etc/systemd/timesyncd.conf.d/time-fu.conf Datei könnte folgendermaßen aussehen:
# FU Time-Service verwenden
# Weitere Infos: man timesyncd.conf
[Time]
NTP=time.fu-berlin.de zeit.fu-berlin.de
Nach Änderungen kann der Dienst mit dem folgenden Kommando neu gestartet werden: systemctl restart systemd-timesyncd.service
Weitere Optionen
Wie bereits oben angemerkt, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Zeitsynchronisation unter Linux zu realisieren. In der Regel dürfte bereits beim Einrichten des Rechners eine entsprechende Software installiert worden sein, deren Konfiguration ggf. nur leicht angepasst werden muss.

